Wädenswiler Schützen brillieren am Eidgenössischen
Die Hitze im Schanfigg forderte den Schützenverein Wädenswil heraus. Doch ein sensationelles Resultat im Kunststich von Stefan Blickenstorfer prägte den Auftritt am 59. Eidgenössischen Schützenfest in der Region Chur/Graubünden.
WÄDENSWIL / PEIST. Das Eidgenössische Schützenfest (ESF) ist der unbestrittene Höhepunkt für die Schweizer Schützenszene. Am Samstag, 20. Juni 2026, reisten 27 Mitglieder des Schützenvereins Wädenswil ins Bündnerland, um auf dem Schiessstand Maduz in Peist bei Arosa ihr sportliches Können unter Beweis zu stellen. Die kurvenreiche Anfahrt hinauf ins Schanfigg bot bei strahlendem Sommerwetter bereits den ersten Höhepunkt.
Weniger flüssig lief es im Vorfeld bei der obligatorischen Waffenkontrolle in Chur: Wer bereits am Vortag anreiste, musste bis zu einer Stunde Geduld aufbringen. Wer hingegen am Wettkampfmorgen anstand, wurde prompt und ohne Wartezeiten bedient.
Die äusserst warmen Temperaturen auf dem Schiessstand Maduz verlangten den Akteuren logistisch und mental alles ab. Schützenmeister Martin Hug hatte die vereinsinterne Resultatvorgabe für den Vereinsstich auf hohe 95 Punkte angesetzt. Eine Hürde, die sich in der Bündner Hitze als extrem schwierig erwies. Einzig Mario Storz mit glanzvollen 96 Punkten und Urs Hauser mit einer Punktlandung von 95 Punkten vermochten diese Vorgabe zu knacken.
Für die absolute Sensation des Tages sorgte jedoch Stefan Blickenstorfer im Kunststich. Mit dem Ordonnanzgewehr (Sturmgewehr 90) erzielte er fabelhafte 471 von 500 Punkten. Dies war nicht nur das unangefochtene Wädenswiler Bestresultat, sondern gehörte zur Fest-Halbzeit zu den absoluten Spitzenresultaten der Schweiz: Blickenstorfer reihte sich damit auf dem hervorragenden 7. Zwischenrang der nationalen Gesamtrangliste ein.
Auch in den weiteren Disziplinen zeigten die Wädenswiler ihre Treffsicherheit:
- Martin Kleiner überzeugte im Auszahlungsstich mit hervorragenden 59 von 60 Punkten.
- Mario Storz doppelte im Kranzstich mit ebenfalls 59 von 60 Punkten nach.
- Simon Kleiner sicherte sich im Seriestich starke 58 von 60 Punkte.
Der grosse Andrang auf die lediglich vier zur Verfügung stehenden Scheiben in Peist sorgte im Verlauf des Tages für längere Wartezeiten. Eine fünfköpfige Wädenswiler Delegation um Stefan, Markus und Thomas Blickenstorfer, Kai Lehmann sowie Michael Haab fackelte nicht lange: Sie nutzten die Pause für einen spontanen Ausflug an den Untersee in Arosa, um sich im kühlen Nass zu erfrischen.
Am Nachmittag rückte die Schützenkameradschaft ins Zentrum. Die Wädenswiler freuten sich über den Besuch von B‑Mitglied Manuela Spielmann. Später traf auch Claude Baumann in Peist ein, der sein Programm zuvor auf seinem Heimstand Nulez in Bonaduz absolviert hatte. Baumann nutzte die Gelegenheit für ein intensives Fachgespräch mit Peter Beeli, dem Präsidenten des Schützenvereins Peist-Arosa. Die beiden Experten diskutierten im Schiessstand rege über das neue Festkonzept mit digitalen Schiessbüchlein sowie die technische Umsetzung der Systeme von SIUS und Indoor Swiss Shooting. Die Gastfreundschaft der Peister Schützen wurde von den Gästen vom Zürichsee in den höchsten Tönen gelobt.
Die Jungmannschaft des Schützenvereins Wädenswil machte aus dem Eidgenössischen eine zweitägige Reise. Nach den sportlichen Leistungen genossen die Schützen einen geselligen Abend in Arosa. Am Folgetag stand der legendäre Eichhörnliweg auf dem Programm. Drei der flinken Waldbewohner liessen sich blicken – da diese jedoch bereits satt waren, wurde das mitgebrachte Futter kurzerhand an die hungrigen Tannenhäher verfüttert. Der Schützenverein Wädenswil blickt auf ein rundum erfolgreiches und kameradschaftliches Eidgenössisches Schützenfest 2026 zurück.
















































